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Guten Morgen
Ich will nach Italien.
Buongiorno, Deine ciaovita Steffi
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ciaovita Tipp  12.September
Italien vollendet Dich zur Bella Grandezza.
Storytelling: meine zweite Reise nach Rimini.
Im März 2018 bin ich das zweite Mal alleine mit dem Bus nach Italien gefahren. Gleiche Reise, eine Woche Rimini.
Zu dem Zeitpunkt habe ich schon seit zehn Monaten alleine mit meiner Lucy in Peine gewohnt. Seit zehn Monaten habe ich wieder alle alltäglichen Dinge alleine gemacht. Ich hatte aber immer noch regelmäßig eine vollgeschissene Hose, dank meiner Sozialphobie.
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Ich habe es ein zweites Mal geschafft, mich für einen Italienurlaub anzumelden.
Das Taxi hat mich wieder von Peine abgeholt und nach Braunschweig zum Bus gefahren. Ich bin in den Bus eingestiegen und habe mich zu Gerti gesetzt, die ebenfalls alleine gereist ist.
Ich war noch das kleine graue Mäuschen ohne Selbstbewusstsein, mit Sneakern und Eastpak-Rucksack.
Gerti war Mitte 60, Apothekerin in Rente. Sie trug einen Cashmere-Pullover, edlen Goldschmuck, einen schicken Schal und einen Bella-Grandezza-Mantel.
Sie war eine elegante, selbstbewusste Bella Grandezza.
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Und ich?
Das unscheinbare Rucksackmädchen mit Depression, Sozialphobie und Angststörung.
Wir haben auf den ersten Blick null zusammengepasst.
Und jetzt sollten wir 23 Stunden nebeneinander im Bus sitzen.
Wir sind wieder abends gefahren. Im Bus war es dunkel. Mir war plötzlich schwindelig, ich hatte heftige Migräne, bin sofort eingepennt und habe bis in den Raum Innsbruck durchgeschlafen.
Dann haben wir angefangen zu quatschen.
 Über Gott und die Welt.
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Irgendwie sind wir warm miteinander geworden.
Als wir abends im Hotel angekommen sind, haben wir zwei uns zu einem Ehepaar an den Tisch gesetzt, mit dem wir ebenfalls schon im Bus warm geworden waren.
Wir haben unser erstes Vier-Gänge-Menü der Woche genossen.
Danach bin ich ins Bett gefallen.
Den ersten Tag hatten wir zur freien Verfügung.
Gerti und ich sind zusammen mit dem Bus ins Zentrum von Rimini gefahren.
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Ich habe darauf bestanden, dass wir als Erstes zum Conad gehen, um für meine Lucy italienisches Katzenfutter zu kaufen.
In Italien gibt es so leckere Sorten für Katzen.
 Mit Risottoreis, ganzen Garnelen und Tintenfischringen.
Egal wo ich bin:
  Ich denke immer zuerst an meine Lucy.
Gerti ist mitgekommen.
Danach bestand Gerti darauf, dass wir in Rimini zum Coin gehen.
Ich war 2016 schon mit meinem Siggi kurz dort gewesen. Aber als Mann konnte er nicht so viel damit anfangen.
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Mit Gerti bin ich zum ersten Mal richtig in dieses Traditionskaufhaus eingetaucht.
Ich habe mich schockverliebt.
Echte Valentino Taschen.
 Armani.
 Trussardi.
Für 50 bis unter 100 €.
Ich habe mir ganz fest vorgenommen:
  Ich bin die restliche Woche sparsam und kaufe mir am letzten Tag meine erste Valentino Tasche.
Ich.
 Die graue Mädchenfrau, die bisher nur mit Rucksack durchs Leben getrampelt ist.
Ich habe uns beobachtet.
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Ich war blond, 35.
 Gerti war 30 Jahre älter als ich.
Sie trug roten Lippenstift, elegante Schuhe mit Absatz und eine edle Handtasche.
Sie strahlte eine Grandezza aus.
Die Männer drehten sich nach ihr um.
 Nicht nach mir.
Gerti und ich haben uns danach auf eine Piazza gesetzt und einen Aperol Spritz bestellt.
Für 4 Euro.
Die Kellnerin stellte unseren Tisch voll mit:
  Oliven
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  Nüssen
  Chips
  Pizzettas
  Tramezzini
Ich bekam Panik und versuchte mit meinem wenigen Italienisch zu erklären, dass wir das gar nicht bestellt hätten.
Da habe ich gelernt:
  Wenn Du in Italien einen Aperol Spritz bestellst, gehören diese Leckereien oft einfach dazu.
Und da wusste ich:
  Ich kann mir diese Woche sogar zwei Designertaschen leisten.
Im Hotel gab es morgens ein Frühstücksbuffet mit warmen Cornettos
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mit Puderzucker.
So leckere habe ich bisher nur in Italien gegessen.
Jeden Abend gab es ein Vier-Gänge-Menü.
Und mittags:
  Aperol Spritz
  kleine Köstlichkeiten
  später ein Gelato in der Sonne
In Italien kannst Du unglaublich günstig Urlaub machen, ohne das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten zu müssen.
Ganz im Gegenteil.
 Du fühlst Dich reich.
An dem Abend,
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als Gerti und ich mit dem Ehepaar am Tisch saßen, fragten die beiden uns, wie unser Tag zusammen gewesen sei.
Und aus Gerti platzte freudestrahlend heraus, dass wir zuerst Katzenfutter für Lucy im Conad gekauft haben.
Seitdem waren wir so richtig eine Einheit.
Wir haben uns die restliche Woche unglaublich gut verstanden.
An einem Tag haben wir den Ausflug für alle geschwänzt.
Wir sind früh morgens alleine zum Bahnhof gefahren und von dort nach Bologna.
Bis dahin war Florenz für mich die schönste Stadt der Welt.
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Dann kam Bologna.
Ich habe mich schockverliebt.
Florenz ist wunderschön.
 Wie ein Museum.
Aber Bologna fühlte sich lebendig an.
 Echt.
 Warm.
 Bodenständig.
Bologna hat die älteste Universität.
Die ganze Stadt ist der Campus.
 Alles voller junger Menschen, Energie und Leben.
Ich habe mich dort so lebendig gefühlt wie noch nie in meinem Leben.
Gerti war so cool.
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Wir sind an privaten Palazzi vorbeigeschlendert.
 Und jedes Mal, wenn irgendwo eine Tür offenstand, meinte sie:
  „Komm, wir gehen rein. Falls jemand fragt, haben wir uns verlaufen.“
Wir haben wunderschöne Innenhöfe entdeckt.
 Alte Treppenhäuser.
 Bibliotheken.
Niemand hat sich daran gestört, dass wir staunend dort herumgelaufen sind.
Die Menschen haben uns einfach gewähren lassen.
Ich habe Feuer gefangen.
Natürlich wollte ich auch in Bologna unbedingt zum Coin.
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Und überall in der Stadt sahen wir Gruppen suchender Frauen, die offensichtlich ebenfalls das Coin gesucht haben.
Wir waren shoppen bei Zara und H&M.
Gerti meinte: „Ich kaufe dort nie etwas. Ich kaufe nur italienische Designer.“
Und dann fand sie dort doch etwas.
Ich habe mir elegante schwarze spitze Schuhe gekauft.
Die habe ich Zuhause getragen, bis die Sohlen komplett durchgelaufen waren.
Wir taten einander gut.
Es war ein Geschenk, dass unsere beiden Welten miteinander verschmolzen sind.
Am Ende des Tages taten uns die Füße weh und es begann zu regnen.
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Während die anderen in Perugia die Stadtführung machten, bogen wir einfach ein paar Straßen weiter ab.
Weg von der Touristenroute.
Wir wollten das echte Italien.
Auch in Florenz schwänzten wir die Stadtführung.
Alle liefen Richtung Ponte Vecchio und Santa Maria del Fiore.
Ich wollte unbedingt auf die andere Seite der Ponte Vecchio.
Ich wollte wissen:
  Was ist dort?
Gerti ließ sich von meiner Verrücktheit anstecken.
Wir schlenderten durch die Markthalle und tauchten in das echte Florenz ein.
Und natürlich:
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  wollte ich wieder zum Coin.
Denn ich wollte mir in Florenz meine erste Designerhandtasche kaufen.
Gerti hat mich wunderbar beraten.
Und ich kaufte meine erste Tasche:
  eine schwarze Rocco Barocco Handtasche.
Ich habe das geliebt:
  gemeinsam losziehen
  shoppen
  Aperol trinken
  Kultur erleben
  Italien fühlen
All das, was ich vorher nur aus Büchern kannte, wurde plötzlich echt.
Und Gerti sprach so gut Italienisch.
Sie war meine private Reiseleiterin.
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Nach Venedig bin ich ohne Gerti mit der Reisegruppe gefahren. Ich habe mich zwei Frauen aus unserer Gruppe angeschlossen.
Beide waren Mitte 80.
Sie erzählten mir, dass sie früher als Studentinnen einen Freund mit Wohnung direkt am Markusplatz hatten.
Sie hatten dort ihre Semesterferien verbracht. Und viele schöne, wilde Erinnerungen.
Diese Reise nutzten sie, um sich von ihrem Venedig zu verabschieden.
Und ich durfte daran teilhaben.
Den letzten Tag vor der Abreise hatten wir wieder frei.
Gerti und ich fuhren ins Zentrum von Rimini.
Dort war Kleidermarkt.
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In fast allen italienischen Städten gibt es dort wunderschöne Vintage-Designermode.
Gerti kaufte sich eine Stella McCartney Tasche für 70 Euro.
Ich kaufte mir einen rosa Strickmantel für 7 Euro.
Und dann ging es wieder:
  zum Coin.
Dort kaufte ich meine erste Valentino Handtasche.
 Rot.
 Für 50 Euro.
Dank dieser Woche mit Gerti wurde aus dem grauen Rucksackmädchen langsam eine erwachsene Frau.
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Mit schicken Schuhen.
 Mit Designerhandtasche.
 Mit Grandezza.
Seitdem bin ich nie wieder mit meinem Eastpak-Rucksack losgezogen.
Das war im März 2018.
Danach hat meine Madame Küry in meinem Kinderbuch „Wie Madame Küry gelernt hat, sich selbst zu lieben“ mein Kindheitstrauma verarbeitet.
Ich begann, meine toxische Vergangenheit in Texten und Illustrationen zu verarbeiten.
Ich veröffentlichte das Buch.
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Im Januar 2020 begann ich in meinem Instagram-Tagebuch ciaovitahalloleben laut herauszuschreiben:
  wie meine PTBS entstanden ist
  wie es sich anfühlt, mit dessen Spätfolgen Sozialphobie, Depression und Angststörung zu leben.
Und Menschen schrieben mir:
  „Danke.“
  „Ich fühle mich verstanden.“
  „Ich bin nicht mehr alleine.“
Im März 2020, am ersten Lockdown-Wochenende, gründete ich meine WhatsApp Gruppe für Frauen.
Am Anfang saßen wir dort wie um ein Lagerfeuer:
  Cola
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  Chips
  jammernd
 vor der Glotze
  im Bett
Und plötzlich dachte ich:
  Viele sind viel jünger als ich.
  Ich bin hier das Leittier.
Ich muss ihnen etwas anderes vorleben.
Ich begann:
  morgens Wasser zu trinken
  meinen Alltag zu strukturieren
  Tagesstruktur und Wochenroutine konsequent umzusetzen
Meine Depression und Angststörung verschwanden.
Ich bekam Energie dank der Grundbedürfnisse, die ich mir täglich
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  Chips
  jammernd
 vor der Glotze
  im Bett
Und plötzlich dachte ich:
  Viele sind viel jünger als ich.
  Ich bin hier das Leittier.
Ich muss ihnen etwas anderes vorleben.
Ich begann:
  morgens Wasser zu trinken
  meinen Alltag zu strukturieren
  Tagesstruktur und Wochenroutine konsequent umzusetzen
Meine Depression und Angststörung verschwanden.
Ich bekam Energie dank der Grundbedürfnisse, die ich mir täglich
Button
erfüllt habe.
Und mit dieser Energie – und ganz viel Eis – ging ich Schritt für Schritt durch meine Sozialphobie.
Bis auch sie verschwunden war.
So bin ich innerhalb von zwei Jahren vollständig genesen.
Und seit dem 7. Januar gehst Du diesen Recoveryweg mit mir für Dich.
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Deine ciaovita Steffi.
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Hallo Leben
Ich muss nach Italien.
La vita è bella, Deine ciaovita Steffi
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Ciao bella,
was Steffi hier beschreibt, ist mehr als nur Urlaub.
Es ist:
  Nervensystemheilung.
Menschen mit PTBS, Depressionen oder Sozialphobie leben jahrelang in innerer Alarmbereitschaft.
Das Gehirn sucht ständig:
  Gefahr
  Kontrolle
  Sicherheit
Und genau deshalb wirken neue, sichere Erfahrungen so heilsam.
In Italien passierten plötzlich Dinge,
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 die Steffis Nervensystem noch nicht kannte:
 Genuss
  Leichtigkeit
  Schönheit
  soziale Wärme
  neue Eindrücke
  Freiheit
  Lebenslust
Das Gehirn begann langsam zu lernen:
  „Die Welt ist nicht nur Gefahr.“
Warum Reisen so heilsam ist
 Alleine reisen aktiviert:
  Selbstwirksamkeit
  Mut
  Eigenverantwortung
  Orientierung
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Jede kleine Situation trainiert:
  „Ich schaffe das.“
Und genau dadurch entstehen neue neuronale Erfahrungen.
Warum „Bella Grandezza“ heilt
Es geht um:
  Würde
  Selbstachtung
  Weiblichkeit
  Sinnlichkeit
  Präsenz
Viele Frauen beginnen dort:
  sich schön zu fühlen
  sich wichtig zu nehmen
  sich lebendig zu fühlen
Und genau das richtet Menschen innerlich auf.
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Warum Storytelling heilt
 Als Steffi begann:
  zu schreiben
  zu malen
  ihre Geschichte zu erzählen
begann ihr Gehirn, das Trauma zu verarbeiten.
Das nennt man:
  narrative Verarbeitung.
Eine Wunde muss immer von innen nach außen heilen. 
Du kannst eine innere Wunde nicht einfach von außen schließen, es gammelt vor sich hin.
Erst wenn Du es laut herausschreist und darüber sprichst, heilt das Trauma.
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 Italien
  Schreiben
  Tagesstruktur
  Routine
  die WhatsApp Gruppe
  Genuss
  soziale Verbindung
waren Recovery.
 Aperol Spritz auf einer Piazza ist ein wichtiger Teil auf dem Heilungsweg.
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Dein ciaovita Mediterano.
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mehr ciaovita
Morgen bist DU dran.
Morgen planst Du Deinen ersten Italienurlaub.
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